Erzähl keinen Bofel !

Raumfähre „Adler” in der Scheune

4. November 2009

Die originalgetreue Raumfähre „Adler” aus der Fernsehserie , Mondbasis Alpha 1′’ steht beim besten Bastler Deutschlands, Herbert Drittenpreis, in der Scheune. Über 1000 Stunden hat der 41jährige Betriebsschlosser an dem vier Tonnen schweren Gebilde gearbeitet. Die „Adler” ist sein größtes Objekt in 20 Jahren Bastlertätigkeit. Am erfolgreichsten war bisher ein Schaukelstuhl, der von einem Scheibenwischermotor in Bewegung gehalten wird. Er wurde sogar nach Borneo verkauft. Die Raumfähre „Adler” geht nun an den Freizeitpark Geiseiwind, und zwar für 25 000 Mark.

Zuviel Bofel ergibt Weisses Rauschen

1. November 2009

Das von vielen Akustikern bevorzugte Hintergrundgeräusch ist das “weiße Rauschen”. Es besteht aus einer Mischung verschiedener hörbarer Frequenzen, die über ein weites Frequenzspektrum verteilt sind. Ein Laie wird es wahrscheinlich mit dem sanften Rauschen entweichenden Wasserdampfes vergleichen. Weißes Rauschen kann man dazu verwenden, beunruhigende Lautlosigkeit in kontrollierte Stille zu verwandeln. Mit diesem Rauschen können aber genauso störende Geräusche verkleidet werden. In gewissem Sinne erfüllt es dieselbe Funktion wie das Musikgedudel in manchen Gaststätten, mit dem man das Gemurmel der Unterhaltung und das Klappern des Geschirrs vertuscht. Nach Ansicht einiger Akustiker kann weißes Rauschen sogar als eine Form der Schalldämpfung angewendet werden. In einem neuen Krankenhaus zum Beispiel lagen die Sprechzimmer der Ärzte in einer Reihe nebeneinander. Durch die dünnen Wände konnte sich der Schall ungehindert fortpflanzen. Ärzte und Patienten fühlten sich belästigt. Ein Akustiker spielte durch die Öffnung des Belüftungsund Heizungssystem weißes Rauschen ein. Dadurch konnte der Pegel der Hintergrundgeräusche so weit angehoben werden, daß Ärzten und Patienten ein Gefühl der Zurückgezogenheit vermittelt wurde.
Auch in der Zahnheilkunde wurde auf ungewöhnliche Art vom weißen Rauschen Gebrauch gemacht. Patienten bekamen einen Kopfhörer übergestülpt und weißes Rauschen eingespielt. Beinahe 90 Prozent der behandelten Patienten verspürten so beim Bohren keinen oder nur sehr geringen Schmerz.

Curd Jürgens in “Prämien Auf Den Tod”

28. Oktober 2009

Man erfinde einen Menschen, der vom Dämon einer Idee besessen ist, und dessen unerfüllte Wünsche mächtiger werden als er. Man stelle ihn in eine Umwelt, die ihn zugleich verlockt und hemmt, man gruppiere um ihn herum Figuren seines wachen und seines Traumlebens, man mische psychologische, kriminalistische und irrationale Elemente — und man muß zugeben, daß hier ein echter filmischer Vorwurf gegeben ist. Sofern man als eine der dem Film eigenen Möglichkeiten die Enthüllung der menschlichen Seelentiefen ansieht. Curd Jürgens, der Regie führt, hatte den Einfall zu diesem Film, Kurt Heuser schrieb mit ihm das hintergründige Drehbuch. Architekt Werner Schlichting stellte die Handlung in ein Milieu, das auf gespenstische Weise mitspielt. Irgendwo in einer Stadt an irgendeinem Wasser ist die Hafenschenke gedacht, die das Herzstück der Geschichte darstellt. Vor der Eingangstür hängt ein Perlenvorhang, der jedesmal klimpert, Wenn ein Gast eintritt oder fortgeht. Ein blinder Klavierspieler, Felix Steinbock vom Burgtheater, sitzt an einem alten Klimperkasten. Ihm ist die Rolle des “Sehers” zugedacht, der das Geheimnis der verwirrenden Handlung enthüllt. In Ölmantel und Baskenmütze, eine unheimliche Gestalt zwischen Gut und Böse: Werner Krauß als Schiffsarzt Doktor Schmidt. In einem einzigen kurzen Auftritt torkelt Josef Meinrad, ein betrunkener Matrose, an die Theke und wieder hinaus. Ein unbekannter Matrose. Niemand kennt ihn. Niemand? Nein, niemand. Das ist das Stichwort für den Mann, dessen unheimliche Wünsche damit zum Leben erwachen. Für den “Akquisiteur”, der “arm am Beutel, krank am Herzen”, seine Tage durch das Elend der Stadt schleppt, in der niemand etwas von ihm wissen will Siegfried Breuer hat mit dieser Rolle eine von seinen bisherigen weit entfernte großartige Aufgabe erhalten. Er ist nicht wiederzuerkennen. Seine Haltung, sein Gang und sein Gesicht, die Verschlossenheit und Verinnerlichung seines Ausdruckes zeigen, daß dieser “Akquisiteur Lissen” ihn vollständig in seiner Gewalt hat. Wie ein Hypnotisierter folgt er dem Dämon seiner Filmgestalt. Ein fesselndes Schauspiel. Die große Frauenrolle des Films trägt Judith Holzmeister. Sie ist Evelyn Biaggi, eine Dame der Gesellschaft, sehr schön, sehr reich, hochmütig und launenhaft, aber bevorzugt dazu bestimmt, an der Enthüllung einer Seele mitzuwirken. In weiteren Rollen, typusmäßig und im Stil des Films treffend besetzt: Melanie Horeschofsky als “Witwe” und Souffleuse Tilla, Ludmilla Hell als Wirtin und Edith Mill als Kellnerin im Hafenlokal. Außerdem Liselotte Gerhard, eine Jürgens-Neuentdeckung aus Graz, Mimi Stelzer und Hermann Ehrhardt. Und, last, but not least, ein Herr, den es gar nicht gibt, der aber trotzdem eine Hauptrolle spielt. Sein Regisseur, Curd Jürgens, verkörpert selbst seine “transparente” Gestalt. An der Kamera steht Günter Anders, die Musik schreibt Willi Schmidt-Gentner, Cutter — das ist nämlich in diesem Film ein besonders wichtiger Mann — ist Arnfried Heyne.

I hab’ a schlechts G’wissen…”

22. Oktober 2009

Gespräch mit Wiens “jüngstem” Weltreisenden

„Na alstern, da wern ma halt wieder! Nutzt nix, Wien bleibt Wien!” Mit diesen klassischen Worten hat Hans Moser seine aparte, jetzt leider nur sehr schwach geheizte Wohnung In der Schlüsselgasse betreten und den versammelten intimen Freunden herzlich die Hand geschüttelt. Und gleich darauf hat er sich mit einem urkomischen Kratzfuß zurückgezogen und sich einmal ordentlich aufs Ohr gelegt, denn eine zweitägige Bahnfahrt ist eben nicht so ganz ohne.
Dann — einen Tag später: „Wissens, lieber Freund, i hab’ eigentlich a schlechts G’wissen. Mein Gott, was soll i Ihnen schon derzähln. Andere habn mi a schon ausgfratschelt, aber i waß wirklich net, es war ja so viel… Bringen ma vielleicht zerst a bisserl a System in die ganze Angelegenheit: Der Grund meiner Reise nach Südamerika war der — wir wollten unsere Tochter besuchen, die seit Jahr und Tag drüben verheiratet ist. Wir meinen sogar, daß’s glücklich worden is, unsere liebe Gretl. No, Er is aber a gar net so zwider. Er hat des Madl gern, er is lieb und nett zu ihr; sie haben 80 Kilometer von Buenos Aires a eigenes Campo oder wie des Zeug auf Spanisch heißt — no ja, es is a lieber, gemütlicher Bauernhof, mit Küh’ und Hendln und so, für die zwa ihr Weekend-buen retiro. Gelegentlich kommen Gäst’, dann wird a ganzes Stück Vieh, sagen ma z. B, a Ochs, auf an mordstrumm Spieß als a ganzer braten, in der Montur, das heißt in der Haut. Und die Caballeros und die Senoritas greifen nach den langen mitgebrachten Messern und säbeln sich dann nach Lust und Laune und Appetit an Reanken oba. I weiß net, mir hat des net imponieren können, des Essen auf an Papierl oder an Teller, was ma auf die Knie halten muß, man macht sie am Schluß ja do no d’ Hosen fett; na, da eß i wirklich scho lieber auf an Tisch. Der Wein, den die Argentinier trinken, is gut, des muß ma ihnen lassen. Er kommt vor allem aus Chile, aber wissen S’: jeder lobt seinen eigenen Wein, und ,den Wein, den i mein’, das is eben ein eigener Wein’, no ja, eben der unsrige!
Wir haben am 29. April vorigen Jahrs mit an englischen Schiff den Kontinent verlassen. In der Biscaya hats dann a paar Gast’ den Magen umdraht, aber des war a schon alles. A bisserl aufregend war dann no die Äquatortauf’; glacht ham d’ Leut, wie Neptun an Matrosen nach dem andern ins Wasser (richtiger gesagt: Schwimmbassin) werfen hat lassen. Nach 16 Tagen — d’ Fahrt war das reinste Sanatorium — warn mei Frau und ich glücklich drüben. D’ Gretl hat uns schon in Montevideo in Empfang g’nommen. Na, des war a Wiedersehen! Dabei, ehrlich g’standen, war sie eh erst a Jahr vorher bei uns in Wien auf Besuch.
In Buenos Aires hab’ i zwanzigmal g’spielt. Mein Gott, die Leut warn wie narrisch! I hab’ mi net oft gnug verbeugn können. I hab’ dann schon direkt Kreuzschmerzn g’habt. Natürlich hats Einladungen geregnet. Aber, wissen S’, wir san am liebsten unter uns blieben. Na sagn S’, hab’ i net recht? Nach fünf Monaten san ma dann mit der ‘Argentina’ nach New York abdampft, über Trinidad, von dem man ja im Film allerweil hört. Alstern mit aner ,groben See’ und aner Windstärke 10′ und mit an ,Opfer für Neptun’ kann i leider net dienen. Beim besten Willen net. No, und in New York hab’ i auch Theater g’spielt. So z. B. in der riesigen Carnegie Hall. Amal hat der Oskar Karlweis konferiert. Es hat a Wiedersehen mit der guten Konstantin und der Else Kaufmann und dem Reinhold Schünzel geben. Wissen S’, ma hätt da drüben schwer verdienen können, bei der Tele-wischn (Television). Aber Englisch hätt i eben können müssen. Gschieht mir aber ganz recht, was hab’ i die Sprach net g’lernt! No ja, New York is ganz groß. Aber mi hat’s nimmer überrascht — i war ja scho vor zwanzig Jahrn drüben, mit Max Reinhardt. I hab’ damals im ,Sommernachtstraum’ und in ,Peripherie’ g’spielt. Jetzt hab’ i die Ehre g’habt, von unserem Herrn Gesandten empfangen zu werden.
Zum Schluß, i muß nämlich no a Sprüngerl weggehn, ein paar starke Eindrücke von der Reise. I weiß eh, daß Sie darauf scho die ganze Zeit spitzen, aber bei mir is des so: i bin ka guter Erzähler, und dann muß i erst warm werden. Jetzt is ma warm. Innerlich wenigstens, denn in dem Zimmer hat’s wirklich a Saukälten. Alstern, sehr imponiert hat mir, daß man in Argentinien wirklich fast bei jedem Standl gratis telephonieren kann — wo gibts des bei uns? Lustig hab i g’funden, über was sich a richtiger Amerikaner ärgern kann. A Beispiel dafür: Z’Weihnachten haben s’ vor dem gewaltigen Rockefeller Center
an riesigen Tannenbaum aufgeteilt. I weiß net mehr, wieviel „feet” er hoch war, aber meiner Schätzung nach war er zumindest drei Stock hoch. Warten S’, i möcht ka Unwahrheit erzählen — gehn ma da zum Fenster, damit i an Maßstab finden kann. Ja, da drüben, sehn S’, i mein des dreistöckige Haus — ja, natürlich, so hoch war auch der Christbaum vor dem Rockefeller Center. Und dann haben die New-Yorker erfahren, daß in einer andern Stadt, die selbstverständlich viel kleiner is als New York, auch a Christbaum steht, der um a paar Zentimeter höher is. No, und da hat die New-Yorker nix mehr richtig g’freut: direkt den Kopf ham s’ hängn lassen, nur, daß ihna des Essen auch net mehr g’schmeckt hätt. So, jetzt muß i aber gehn — Habidjere!”
P. S. „Habidjere” ist nicht, wie ihr lieben Wiener Caballeros und Senoritas vielleicht vermuten könntet, Spanisch, sondern unverfälscht: Moserisch.

Hallo, hier Bofel aka Serv Septo !

19. Oktober 2009

Mal sehen, was ich erzählen werde…Inspiration komm schon !



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